Wenn das Leben den Kurs ändert..

Ich bin Mutter zweier wunderbaren Frauen. Okay, sie sind keine Kinder länger, sie sind zwischen 45-50 aber in meinen Augen – und in meinem Herzen – sind sie meine Kinder. Kinder, die während der letzten Jahre zweimal mein Leben gerettet habe, einfach dadurch dass sie auf der Intensivstation ständig vor Ort waren und Fragen und auch Forderungen stellten. Ansonsten kann man hier leicht verloren gehen – nicht aus Bösartigkeit oder Unkenntnis – der Stress ist enorm und unmenschlich…

Nachdem ich im Herbst auf der Intensivstation nach unendlich langen und traumatischen Tagen ins real life zurückgeholt wurde und die vielen Schläuche aus meinem Hals endlich entfernt und meine Hände nicht mehr am Bett fixiert waren (TUE DAS NIE WIEDER!!) – war leider notwendig, da ich versuchte, alle Schläuche auszuziehen aber ein höchst traumatisches Erlebnis war – sollte ich – oh Glück – irgendwas cremiges zu essen bekommen! Als die Creme kam, merke ich dass ich nicht einmal in der Lage war, den winzigen Löffel zu halten, geschweige das Gefäß. Die Hände zitterten so stark, dass es eine unendliche Essensschlacht im Bett geworden wäre. Dann nimmt die eine Tochter ruhig den Löffel und füttert mich, Löffel für Löffel und da liege ich, die Mutter, die immer stark und beschützend sein wollte, und werde gefüttert. Auf jedem Löffel folgt ein zärtliches „Alles wird gut, Mama“. Es ist ein wunderbares Gefühl aber ich bin doch diejenige, die die starke Mutter sein und sich um die “Kinder” kümmern sollte. Mir ist auch schon klar, dass diese junge Frauen, meine wunderbaren Töchter, karrieremäßig ganz andere Höhen erreicht haben, als ich mir jemals hätte erträumen können, aber dennoch..  Warum ist es plötzlich so anders geworden? Ich wollte doch die Starke sein..

10 Gedanken zu „Wenn das Leben den Kurs ändert..

    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Oh ja Katrin und ich weiss nicht wie ich das verdient habe.. Ich wünsche Dir ein gutes Wochenende!! Und ein schönen Valentingstag!

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  1. Gabi

    Ich kann dich gut verstehen. Meine Kinder sind jetzt um die 30 und stehen mit beiden Beinen mitten im Leben. Ich kann mich eigentlich beruhigt zurück lehnen und stolz ihrem Tun zuschauen. Aber immer noch denke ich die Gedanken über sie, die ich schon vor zig Jahren gedacht habe: Geht es ihnen gut, haben sie alles, kann ich vielleicht irgendwo helfen, ach mein armes Kind….
    Das hört wohl nie auf. Und auch ich kann mir kaum vorstellen wie ich mich fühlen werde, sollte ich einst die Bedürftige sein. Aber so ist das Leben, und so ist es gut. Wie sollte es auch sonst gehen? Sind wir froh, dass wir gute Kinder haben, die wissen, dass ihre Mutter sie irgendwann braucht, und die auch bereit sind, zu helfen wo sie können.
    Ich wünsche dir alles Gute! Liebe Grüße!

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Ja Gabi, wir sind in den Gedanken immer bei ihnen, wir bleiben doch etwas Hubschraubermuttis.. gell.. jedenfalls gedanklich.. Danke für Deine Wünsche!

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  2. Gabi

    Hallo Cecilia, Du hast so wunderbare Töchter weil Du ihnen das richtige mitgegeben hast im Leben. Empathie und Verantwortung. Meine Mama wird bald 86 und vergisst so manches bzw. will sie nicht mehr kochen, einkaufen, putzen usw. Sie hat so viel gearbeitet in Ihrem Leben und uns 4 Kinder aufgezogen. Meine Schwester wohnt neben ihr und ist für sie da – wirklich immer. Es ist und war immer klar, dass unsere Mutter so leben kann und darf wie sie will im Alter. Ob sie jetzt manches viermal erzählt, dass spielt doch keine Rolle. DU musst nicht mehr stark sein, Du warst sicher sehr oft und lange stark. Lass das mal Deine Töchter machen. Ich freue mich jedenfalls von Dir zu lesen. Liebe Grüße Gabi
    und schreibe immer wieder ich lese gerne von Dir!

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Ach Gabi, danke für Deine Worte aber ich habe einmal vor langer Zeit die Familie zerstört und ich denke, dass man mir das nie verzeihen kann und deshalb beschämt es mich wahrscheinlich, dass die Kinder dennoch so fürsorglich sind..

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      1. Gabi

        Ach Cecilia, ja vielleicht bist Du weggegangen von Deiner Familie – aber Du wirst Deine Gründe dafür gehabt haben. Und wenn man als Tochter älter wird -wie ich eben auch- dann hat man für viele Situationen mehr Verständnis als ein junger Mensch.
        Deine Töchter müssen das ja nicht tun und doch tun sie es. Jetzt hast mich natürlich neugierig gemacht. Haha.
        Also nimm es an oder frag mal nach – einstweilen liebe Grüße Gabi

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        1. Cecilia Stickler Beitragsautor

          Oh Gabi, ich habe wohl den falschen Knopf gedrückt und Deinen Beitrag abgelehnt…tut mir so leid.. Und zu dem Beitrag: et kütt wie et kütt..

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  3. Gudrun

    Liebe Cecilia,
    ja, unsere Kinder sind nun mal unsere Kinder, egal wie alt sie sind. Und wenn sie dann am Bett sitzen und füttern, dann ist das als Mutter schon ein komisches Gefühl. Eigentlich wollen wir doch als Mutter die Starke sein und unsere Kinder beschützen und bemuttern. Ich kenne das mit meiner Mutter. Aber ich glaube, auch für deine Kinder war die Situation nicht einfach, ihre Mama in der hilflosen Lage zu sehen.

    Liebe Grüße
    Gudrun

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Liebe Gudrun habe ich Deine Antwort zurückgeschickt?? Mann oh!!! War falsch, wollte einfach Dir Danke sagen… Cecilia

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