Warum? / Varför?

Heute auf dem „Leopold“ in Wedding. Wirklich nicht die feinste Ecke, aber dennoch.. es leben auch hier Menschen. Dort spürte ich eine ganz große Beklemmung – und das passiert mir in letzter Zeit häufiger – ein Betonblock legt sich auf meine Brust nieder. Fast überall liegen/sitzen Menschen – ja Menschen! – jetzt auf dem Bürgersteig draußen. Meistens liegen sie auf einer kleinen elenden Pappscheibe, um die schlimmste Kälte etwas abzuwenden und manchmal liegen sie auch direkt auf dem Asphalt. Heute auf dem Leopold: eine Frau – mittelalt – verrichtet in einer Ecke stehend ihre ganze Notdurft. Keiner schaut – höchstens weg – keine Reaktion. Die Oberlippe ist eingefallen. Heißt = kein Geld = keine Zähne. Wir sehen und schauen weg..

Und die da draußen sind nicht alle Osteuropäer – als ob gerade diese Menschen nichts mehr wert wären. Erinnere mich an frühere Bilder aus Indien. Die Armut dort war irgendwie utopisch – und Gott sei Dank ganz, ganz weit weg.. Jetzt ist sie nicht mehr utopisch und nicht mehr ganz, ganz weit weg.. So lange wie im Winter an jeder Ecke ein Mensch auf einer elenden Pappscheibe schläft, sind wir – in diesem reichen Land – nicht ein Stück besser. Warum finden wir das fast „normal“ und sind der Meinung, dass uns das nichts angeht – außer hin und wieder etwas Kleingeld geben? Ich weiß selbst nicht wie ich mich verhalten soll und habe Angst davor, abzustumpfen. Wann ist was in deren Leben passiert? Gleichzeitig bin ich unendlich dankbar dafür, dass das Leben mir – bis jetzt jedenfalls – dieses Elend erspart hat..

Bild 190749670 Fotolia srdjan


Ärende till Leopoldplatz i Wedding. Inte Berlins finaste kvarter men ändå.. Det bor människor där också.. Där  drabbades jag återigen – och det händer ofta nu för tiden – av en otrolig beklämning, som lägger ett betongblock på mitt bröst. Nästan överallt ligger/sitter människor – ja människor – nu ute i vintern på trottoaren. De ligger där ibland med en liten eländig pappskiva under sig för att försöka hålla kylan lite borta och ibland utan, direkt på asfalten. Idag uträttade på Leopoldplatz en kvinna – medelålders –alla sina behov stående i en hörna. Med den karakteriska infallna överläppen. Betyder = inga pengar = inga tänder längre. Vi ser och vi ser ändå inte..

Och de där ute är inte alltid bara Östeuropéer – som om just de inte vore värda något bättre. Minns bilder jag förr såg från t.ex. Indien och fattigdomen där och det kändes utopiskt – och tack och lov såå långt borta… Nu är det inte längre utopiskt och såå långt borta. Så länge som det i varje hörna ligger en människa på en eländig pappskiva och sover ute under vintern är vi inte alls bättre. Varför tycker vi att det är nästan ”normalt” och att det – i det här rika landet – inte riktigt angår oss – frånsett att då och då ge en slant? Jag vet själv inte hur jag ska förhålla mig och är rädd för att bli avtrubbad. När hände vad i deras liv? Samtidigt så oändligt tacksam för att livet – hitintills – har besparat mig detta elände..

4 Gedanken zu „Warum? / Varför?

  1. Katrin - musikhai

    Ich fühlte mich auch immer schuldig, wenn ich so etwas sah und einfach weiter ging.

    Aber wir können drum nicht gleich alle Sozialarbeiter oder Geistliche werden. Vielleicht ist schon viel getan, wenn jeder in seiner kleinen Welt dafür sorgt, dass es dort menschlich zugeht.

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Du hast Recht Katrin und klar, wir können wahrscheinlich wenig tun außer ständig Geld zu spenden. Aber mich erschrickt, wie “normal” der Anblick ist und wie “normal” wir einfach daran vorbeigehen.. Ich weiß auch nicht was zu tun ist Katrin…

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  2. Anne Herter

    Liebe Cecilia,
    ich bin so froh, dass es immer noch Menschen wie dich gibt. Danke für deine Worte, für dein Mitgefühl und ja, wir sollte dankbar und zufrieden sein solange es uns gut geht.
    Wünsche dir das allerbeste für 2019.

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    1. Cecilia Stickler Beitragsautor

      Oh nein Anne, ich bin kein Gutmensch sondern nur jemand, der sich Sorgen macht und ansonsten leider nichts….Ich wünsche Dir auch das allerbeste für das Jahr 2019!!!! Sei lieb umarmt Cecilia

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